Emotionale Transformation

 1.   Was sind Gefühle und wie funktionieren wir?

Gefühle oder Emotionen sind mehr oder weniger bewusste Reaktionen auf innere oder äußere Verhältnisse, die auf uns einwirken. Als sogenannte „positive Gefühle“ bezeichnen wir Zustände, die in Übereinstimmung mit unseren Wünschen und Zielen stehen.

Als sogenannte „negative Gefühle“ bezeichnet man Zustände, die eine Abweichung  von unseren Wünschen und Zielen anzeigen.

Gefühle an sich sind so gesehen weder positiv noch negativ, sondern weisen uns auf Zustände der Übereinstimmung oder Nicht-Übereinstimmung hin.

Sie sind ein Gradmesser, der dann gut funktioniert, wenn die Gefühle gut kalibriert sind, – wir einen klaren Bezugspunkt von „neutralen Gefühlen“ haben.

2.   Wie hat sich unser inneres Erleben entwickelt und wie wirkt es sich aus?

 

Schon in sehr frühem Alter machen Kinder prägende emotionale Erfahrungen. Diese sind stark abhängig vom Verhältnis zu den Eltern und den emotionalen Entwicklungsphasen, in denen sich Kinder befinden.

Von großer Bedeutung für die persönliche Entwicklung eines Kindes sind die Reaktionen der Eltern in bestimmten Situationen. Dies gilt bereits, wenn die Kinder noch im Säuglingsalter sind. Gehen Erwachsene auf die Bedürfnisse und Gefühle ihrer Kinder ein, so vermitteln sie ihnen, dass sie ernst genommen und umsorgt werden.

Das Gegenteil wird beim Kind erreicht, wenn Eltern den Gefühlsausdrücken zu wenig Beachtung schenken. Häufige und jahrelange Interaktionen zwischen Eltern und Kindern, in denen dieser Mangel an ausreichender Beachtung eine zentrale Rolle spielen, prägen stark das Bild des Kindes im Hinblick darauf, wieweit es sich auf Beziehungen verlassen kann und was geschieht, wenn es Gefühle äußert.

Schauen wir uns in diesem Zusammenhang kurz und stichpunktartig die emotionalen Entwicklungsphasen an

Frühe emotionale Entwicklung

Die emotionale Entwicklung beginnt bereits in den ersten Lebensmonaten, wobei sich die wesentlichen Entwicklungsstufen in den ersten sechs Lebensjahren vollziehen. Sie beinhalten folgende Bereiche, die sich zeitgleich entwickeln und gegenseitig beeinflussen:

  • Sprachlicher und nichtsprachlicher Gefühlsausdruck
  • Emotionswissen, d.h. Wissen über Auslöser bestimmter Emotionen bei sich selbst und anderen
  • Emotionsregulation, d.h. innere und äußere Strategien im Umgang mit Emotionen

Ein Kind im Alter von einem bis drei Jahren ist noch selbstbezogen und nicht empathiefähig.

 

Ab dem vierten Lebensjahr

Ab dem vierten Lebensjahr begegnen dem Kind zunehmend komplexe Emotionen wie Stolz, Scham, Schuld und Neid. Für diese eigennützigen und gesellschaftlich geprägten Gefühle ist ein gereifteres Gefühlsverständnis notwendig. Ein komplexer und großer Lernschritt für die Kinder.

Haben Kinder gelernt, welche Situationen welche Gefühle bei ihnen verursachen, so beginnen sie, die Emotionen anderer zu begreifen und Einfühlungsvermögen mit ihren Mitmenschen zu entwickeln.

Empathie ist die Fertigkeit, Gefühle in einer konkreten Situation mit den Betroffenen mitzuerleben.

Mit sieben Jahren wird es sich zusammenhangsbezogen, bei normaler Entwicklung, in die Emotionen seiner Mitmenschen einfühlen können.

Es ist dann in der Lage, im Umgang mit anderen Menschen unterschiedliche Lebensgeschichten, Identitäten und Zusammenhänge zu berücksichtigen.

Du darfst deine Gefühle nicht immer so zeigen, so wie du sie empfindest!

Im Zusammenhang mit Empathie stehen auch soziale Verhaltensweisen in bestimmten Situationen. Diese beruhen auf dem erlernten Wissen des Kindes, dass man in gewissen Momenten seine wahren Emotionen nicht offenbaren sollte. Ein Lernschritt der so prägend ist, dass er bei den meisten Menschen immer aktiv bleibt.

 

Der Griff zum Thermostat – Innere Emotionsregulation

Von Anfang an erlernen Kinder den inneren Umgang und Regulierung ihrer Gefühle. In Stresssituationen regulieren Säuglinge und Kleinkinder ihre Gefühle gemeinsam mit ihren Eltern.

Später lernen sie, dass sie unangenehme Emotionen selbstständig durch bestimmte Handlungen umgehen können, etwa durch Rückzug oder Selbstberuhigungsstrategien wie Schaukeln, Spielen, Durchatmen oder Selbstgespräche.

 

Was gehört den alles zu einer emotionalen Entwicklung dazu?

Die emotionale Entwicklung des Kindes beruht auf der:

  • kognitive, sprachliche und soziale Entwicklung
  • der genetisch bedingten Emotionalität (also das, was es als Temperament mitgebracht hat)
  • Sozialisierungsaspekten.

Dazu gehören als wichtiges Bindeglied das intakte familiäre Umfeld und die Erfahrungen mit Gleichaltrigen.

Insbesondere die Fähigkeit zur Emotionsregulation hängt eng mit den Beziehungen außerhalb und innerhalb der Familie zusammen.

Speziell in Bezug auf negative Emotionen wie Ärger, Traurigkeit oder Enttäuschung ist die Bandbreite an Regulierungsstrategien von hoher Wichtigkeit.

Kinder, die ausgewogene inner- und außerfamiliäre Beziehungen haben, sind daher auch in ihrem späteren Erwachsenenalter ganz klar im Vorteil.

Dieser Vorteil ist dann zu erkennen wenn es um die Umsetzung von positiven Zielen und Visionen geht. Dabei stellen einige Menschen oft fest, dass alte negative Geschichten oder Gefühle sie binden und daran hindern, ihre Ressourcen frei zu entfalten.

3.   Wie kann ich einschränkende Gefühle so verändern, dass ich einen großen Nutzen daraus ziehe?

Die Übung ‚Emotionale Transformation bei unharmonischen Gefühlslagen‘ eignet sich hervorragend ein emotionales Ungleichgewicht anzugehen und zu transformieren.

Wer ist davon betroffen und wie macht es sich bemerkbar?

  • Bei vielen Menschen haben sich emotionale Schieflagen dauerhaft festgesetzt.
  • So  fühlen sie sich z.B. immer traurig, gestresst, wütend etc.
  • Der Gefühlskörper als Wahrnehmungsorgan ist zunehment gestört. (Auf das Körpermodell gehe ich in einem späteren Artikel noch ein.)
  • Diese Schieflagen sind Hinweise auf notwendige anstehende Prozesse, die gelöst werden wollen, sehr oft, meist aus Unkenntnis, aber nicht gelöst werden.

Transformation

Schritt 1:

Beschreiben Sie sich das andauernde Gefühl in Schieflage.

Meine dauerhaften negativen Gefühle in Schieflage sind:

Schritt 2:

Suche nach dem ursprünglichen gesunden, versteckten Gefühl.

Bitte verfolgen Sie nun in Ihrer Lebensgeschichte das unter 1. benannte Gefühl bis zu seiner Entstehung und lassen Sie in Ihrem Inneren ein Bild einstehen von einem Gefühl, das da war, bevor das Gefühl unter 1. so dominant wurde. Welches Gefühl ist das und was für ein Bild oder was für ein Erlebnis in Ihrer Geschichte bringt dieses Gefühl besonders gut zum Ausdruck?

Meine gesunden Gefühle und die dazu passenden Bilder:

Schritt 3:

 

Umdeutung des dauerhaften negative Gefühls

Nehmen wir an, dass das dauerhafte negative Gefühl bloß ein Gefühl ist, das uns auf das darunter liegende positive Gefühl aufmerksam machen möchte.

Ein Beispiel: Ein Stressgefühl macht uns darauf aufmerksam, dass wir ein Gefühl der Gelassenheit erleben sollten: Ich liege im Bett, bin entspannt und träume vor mich hin.

Zusammenfassend geht es deshalb darum:

  • Das dauerhafte negative Gefühl achtsam wahrzunehmen, wenn es stark wird.
  • In dieser Situation das Gefühl als Zeichen zu deuten und das darunter verborgene Gefühl mit dem Schlüssel-Bild und dem entsprechenden Körpergefühl zu aktivieren.
  • Diese Neu-Programmierung dauert etwa drei Wochen.

Schritt 4:

Entscheidung

Überlegen Sie sich nun, ob es Ihnen Wert ist, diesen Aufwand für einen möglichen Erfolg durchzuführen.

Schritt 5:

Analyse und Abschluss

Überlegen Sie sich, wann es Sinn machen würde, den Prozess und die Dauerhaftigkeit des Umwandlungsprozesses zu überprüfen.


Arbeitsblatt

Emotionale Transformation

 

– Vernachlässigte Gefühle blockieren das Persönliche Wachstum –

– Emotionale Transformation bei unharmonischen Gefühlslagen –

– Ausstieg aus der Opferrolle durch Umdeutung von Gefühlen –

Arbeitsblatt für das dauerhafte Umwandeln von chronischen Gefühlsschieflagen.

Name: Datum:

1. Was sind Gefühle, wie funktionieren Gefühle und welches Gefühl ist bei mir außer Kontrolle geraten?

Gefühle oder Emotionen sind mehr oder weniger bewusste Reaktionen auf innere oder äußere Zustände, die auf uns einwirken.

Als sogenannte „positive Gefühle“ bezeichnet man Zustände, die in Übereinstimmung mit unseren Wünschen und Zielen stehen.

Als sogenannte „negative Gefühle“ bezeichnet man Zustände, die eine Abweichung von unseren Wünschen und Zielen anzeigen.

Merke: Gefühle an sich sind so gesehen weder positiv noch negativ, sondern weisen uns auf Zustände der Übereinstimmung oder Nicht-Übereinstimmung hin. Sie sind ein Gradmesser, der dann gut funktioniert, wenn die Gefühle gut kalibriert sind, wir einen klaren Bezugspunkt von „neutralen Gefühlen“ haben.

Bei vielen Menschen haben sich im Laufe des Lebens, im Rahmen ihrer Erfahrungen, emotionale Reaktionen entwickelt, die, als prägende Muster gelernt wurden Sie erleben sich dann häufig als nicht angemessen übereinstimmend mit dem auf sie wirkenden Reiz.

Dabei kann es sein, dass sie sich z.B. häufig traurig, gestresst, wütend, aufbrausend oder auch depressiv etc. fühlen. Das heißt, sich eher im negativen Spektrum der Gefühle bewegen.

Der Gefühlskörper als Wahrnehmungsorgan ist dann chronisch gestört. Diese Schieflagen sind Hinweise auf notwendige, anstehende Prozesse, die gelöst werden wollen.

Dieses Arbeitsblatt kann Ihnen wichtige Hinweise auf anstehende Umgestaltungsprozesse geben, wenn Sie sich in einer emotionalen Schieflage befinden und es kann Ihnen helfen, den Prozess aktiv anzugehen.

Bitte nehmen Sie sich für das Ausfüllen des Arbeitsblattes etwa ein halbe Stunde Zeit.

In einem ruhigen Umfeld und spüren Sie achtsam nach, was der Prozess in Ihnen

auslöst. Konzentrieren Sie sich bitte immer nur wenige Gefühlspaare und wiederholen Sie die Arbeit mehrmals, bis Sie glauben alles durchgearbeitet zu haben.

Mein dauerhaften negativen Gefühle in emotionaler Schieflage sind:

2. Die Suche nach dem Ursprung: Gesundes, verstecktes Gefühl:

Bitte folgen Sie nun in Ihrer Lebensgeschichte das unter 1. benannte Gefühl bis

zu seiner Entstehung. Betrachten Sie die genauen Umstände dieses Schlüsselereignisses, machen Sie sich jedes kleine Detail wieder bewusst und lassen Sie in Ihrem Inneren ein Bild mit einem dazugehörigen Bild entstehen von einem

Gefühl, das da war, bevor das Gefühl unter 1. so dominant wurde. Welches Gefühl

ist das und was für ein Bild oder was für ein Erlebnis in Ihrer Geschichte bringt

dieses Gefühl besonders gut zum Ausdruck?

Mein ursprünglich gesundes Gefühl und das dazu passende Bild:

 

Was wird in meinem Körper ausgelöst, wenn ich dieses positive Bild in mir stark werden lasse? Wie fühlt sich das an?

 

 

3. Umdeutung des dauerhaft negativen Gefühls

Nehmen wir an, dass das dauerhafte negative Gefühl bloß ein Gefühl ist, das uns auf das

darunter liegende positive Gefühl aufmerksam machen möchte. Ein Beispiel: Ein

Stressgefühl macht uns darauf aufmerksam, dass wir ein Gefühl der Gelassenheit

erleben sollten: Ich liege im Bett, bin entspannt und träume vor mich hin.

Es geht deshalb darum:

1. Das dauerhafte negative Gefühl achtsam wahrzunehmen, wenn es stark wird.

2. In dieser Situation das Gefühl als Zeichen zu deuten und das darunter

verborgene Gefühl mit dem Schlüssel-Bild und dem entsprechenden Körpergefühl zu aktivieren.

Guten Erfolg werden Sie haben, wenn Sie diese „Neu-Programmierung“ etwa drei Wochen regelmäßig anwenden und sich immer jeweils pro Tag ein Gefühl vornehmen.

 

4. Entscheid:

Überlegen Sie sich nun, ob es Ihnen Wert ist, diesen Aufwand für einen möglichen Erfolg durchzuführen.

  • Ich möchte diese Übung abbrechen oder zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen.
  • Einwände hindern mich im Augenblick hier weiterzugehen und ich überlege mir, wie ich diese Einwände positiv angehen kann (Coaching, Beratung, Therapie, Gespräche mit Freunden etc.)
  •  Ich möchte an dieser Stelle die Übung fortsetzen und lasse mich auf eine neue Sichtweise ein, dass das für mich schwierige Gefühl eigentlich ein Hinweis auf einen wichtigen Lernschritt ist.

Ort , Datum und Unterschrift: ……………………………………………………………………………

5. Bewertung und Abschluss:

Wann würde es Sinn machen, den Prozess und die Dauerhaftigkeit deszu überprüfen:

Datum und Zeit: ………………………………………………………………………………………………

Ich möchte zu dieser Zeit im Sinne einer Außenkontrolle auch folgende mir

vertrauten Menschen mit einbeziehen, bitte Namen aufschreiben:

Herzlichen Dank, dass Sie sich und Ihre Gefühle ernst nehmen und sich auf

Veränderungsprozesse einlassen!

Ergebnis der Bewertung:

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